TANZ Bremen hat sich seit seiner Gründung im Jahre 1989 zu einem kulturellen Markenzeichen der Stadt entwickelt. Das Festival hat Publikum und Kritiker aus ganz Deutschland angelockt und sich in der Tanzszene einen Namen gemacht.
Diese anspruchsvolle Tradition wollen wir fortführen. Auch 2004 soll in Bremen Tanzkunst zu sehen sein, die uns trifft und bewegt, weil sie auf der Höhe der Zeit agiert und ihre Fragen pointiert formuliert. Internationale Gastspiele ebenso wie Nachwuchsproduktionen sollen zeigen, dass Avantgarde mitreißend und spannend ist.
Die Offenheit gegenüber anderen Kunstgattungen ist die große Gemeinsamkeit der eingeladenen Produktionen: Tanz mischt sich mit Sound, Video, bildender Kunst, Schauspiel und Performance. Die Choreographen entwickeln ihre Stücke beispielsweise gemeinsam mit Zirkuskünstlern (Fattoumi-Lamoureux), jugendlichen Breakdancern (Constanza Macras) oder zeitgenössischen Komponisten (C.de la B./Koen Augustijnen).
Und sie reflektieren damit die Möglichkeiten und Traditionen der eigenen Kunst.
Aber TANZ Bremen war stets nicht nur ein Forum für arrivierte Choreographen, sondern zugleich eine Bühne für den Nachwuchs, für Experimente und Aufbrüche. Mit dem Junge Hunde Fenster hat das Festival 2004 daher einen Programmschwerpunkt eingerichtet, bei dem junge Choreographen und Tänzer aus verschiedenen europäischen Ländern zum Zuge kommen. Hier findet auch die lokale Tanzszene Bremens ihr Forum, sie bleibt damit weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Programms. TANZ Bremen wird bei dieser Reihe zum ersten Mal mit dem europäischen Netzwerk für Performing Arts Junge Hunde zusammenarbeiten.
Hinzu kommt wie jedes Mal ein Rahmenprogramm, das auch im Jahre 2004 wieder viele Anlässe und Foren für den künstlerischen Austausch und die Reflexion bietet.
Ohne die Zusammenarbeit mit vielen verschiedenen Partnern - international und lokal - wäre das Festival nicht denkbar. Gerade die Vernetzung innerhalb der Stadt beweist, dass hier trotz der Sparbeschlüsse, die das Festival zur Biennale haben werden lassen, weiterhin eine starke Lobby für den Tanz präsent ist. Die durch den Bremer Roland symbolisierte Freiheit der Hansestadt war schließlich immer auch eine Freiheit des Handelns und des Denkens - beides eigentlich bester Humus zum Gedeihen abenteuerlicher Projekte.
Wir wünschen ihnen spannende Entdeckungen und ein Festival, das der Bremer Tanzchronik einige gute neue Kapitel hinzufügt.
Sabine Gehm (Künstlerische Leitung) Claudia Wittrock (Organisationsleitung)